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Dokumente aus Kuba

Dokumente, Regierungserklärungen, Reden und Reflektionen, Erklärungen des kubanischen Außenministeriums, Veröffentlichungen der Nationalversammlung, Berichte der kubanischen Regierung sowie Beiträge Kubas vor den Vereinten Nationen.



"Hinter den Zahlen stehen leidende Patienten und Familien"

Erklärung des kubanischen Gesundheitsministers Dr. Angel Portal Miranda zur aktuellen Situation.

Unblock Cuba Die ethische Notwendigkeit der Gesundheitsversorgung in Kuba angesichts der Energieblockade.

Trotz dieser Belagerung ist das kubanische Gesundheitssystem nicht zusammengebrochen, sondern hat mit einer strategischen Umstrukturierung reagiert, die auf Resilienz, der Stärkung der Grundversorgung und dem Einsatz von Instrumenten wie Telemedizin basiert.

In der komplexen Landschaft der zeitgenössischen Geopolitik verschleiern Wirtschaftszahlen oft die tatsächlichen menschlichen Auswirkungen, die hinter den Entscheidungen von Regierungen stehen, um undurchsichtige politische und wirtschaftliche Ziele der Dominanz in ihren Beziehungen zu anderen Ländern zu erreichen, die oft Leben gefährden.

Ein eindeutiger Beweis für diese Realität sind die Instrumente, die die Regierung der Vereinigten Staaten verzweifelt und grausam gegen Kuba eins.

Was für mein Land historisch gesehen eine seit mehr als sechs Jahrzehnten andauernde Wirtschafts- Handels- und Finanzblockade war, hat sich in letzter Zeit zu einer qualitativ anderen und quantitativ noch aggressiveren und unmenschlicheren Phase gewandelt: der Erstickung durch Energieblockade unter falschen Vorwänden. Kuba leidet unter der Fortsetzung einseitiger Zwangsmaßnahmen mit enormen extraterritorialen Auswirkungen auf die Beziehungen zu allen Ländern und sieht sich einer systematischen Belagerung gegenüber, die chirurgisch darauf ausgerichtet ist, Engpässe zu verursachen, die die soziale Entwicklung unserer Nation und die Lebensqualität unserer Bevölkerung schädigen und umkehren können, um eine Destabilisierung zu erreichen.

Die ungerechte Aufnahme Kubas in die Liste der Staaten, die angeblich Terrorismus unterstützen, verbunden mit der Verfolgung von Handelsverträgen Kubas mit Ländern und Unternehmen zum Erwerb von Treibstoffen, die Verfolgung, das Abfangen und Kapern von Schiffen, die Brennstoffe transportieren, sowie die Androhung von Sanktionen und in anderen Fällen deren tatsächliche Anwendung gegen Reedereien haben einen noch größeren Druck erzeugt, der über den wirtschaftlichen Bereich hinausgeht und sich auf den Bereich der grundlegenden menschlichen Sicherheit auswirkt.

Im Gesundheitswesen führt diese Situation zu einer permanenten objektiven Anspannung: Das nationale Gesundheitssystem ist auf eine kontinuierliche Stromversorgung und eine Logistik angewiesen, die derzeit stark beeinträchtigt ist.

Die Auswirkungen der Politik des maximalen Drucks der USA gegen Kuba zeigen sich deutlich in den sensibelsten Indikatoren.

Hinter den Zahlen stehen leidende Patienten und Familien, die auf Lösungen warten, die sich aufgrund externer Faktoren, die das Ergebnis der fortschreitenden Politik der Strangulierung der kubanischen Wirtschaft durch die Regierung der Vereinigten Staaten sind, manchmal verzögern oder gar nicht eintreffen.

Derzeit umfasst die Warteliste für Operationen im Land 96.387 Patienten, darunter 11.193 Kinder. Angesichts der aktuellen Energieknappheit steigen diese Zahlen weiter an, da das nationale Gesundheitssystem gezwungen ist, nicht dringende Operationen zu verschieben, um onkologische und andere lebenswichtige Eingriffe vorrangig durchzuführen.

Die Gefährdung wird bei Programme hoher sozialer Sensibilität noch stärker, denen zwar Priorität eingeräumt wurde, die aber dennoch nicht den vielfältigen Einschränkungen entgehen können, die die aktuelle Energiesituation des Landes mit sich bringt.

So steht beispielsweise das Programm für Mutter-Kind-Versorgung derzeit vor der Herausforderung, die Nachsorge von 32.000 schwangeren Frauen sicherzustellen, die grundlegende diagnostische Ultraschalluntersuchungen benötigen. Darüber hinaus hat die Unterbrechung des Kühltransports aufgrund von Treibstoffmangel dazu geführt, dass mehr als 30.000 Kinder ihre Impfungen nicht rechtzeitig erhalten haben, obwohl die Impfstoffe in unseren Lagern vorrätig waren.

Hinzu kommt die Versorgung von 16.000 Patienten in der Strahlentherapie und weiteren 2.888 Patienten, die auf Hämodialysebehandlungen angewiesen sind – Leistungen, die eine Energieversorgung erfordern, die derzeit nur sehr schwer zu gewährleisten ist.

Trotz dieser und anderer Herausforderungen, denen sich das nationale Gesundheitssystem gegenübersieht, ist sein Betrieb nicht zusammengebrochen. Die Antwort darauf war nicht Lähmung, sondern eine strategische Umstrukturierung auf der Grundlage von Resilienz und Ressourcenoptimierung.

Unter anderem wird bei Stärkung des Programms für Hausärzte und Familienkrankenschwestern und bei Einsatz von Instrumenten wie die Telemedizin die Leistungsfähigkeit der primären Gesundheitsversorgung weiter gestärkt, um die Funktionsfähigkeit der Grundversorgung zu gewährleisten.

Diese Reaktionsfähigkeit beruht im Wesentlichen auf der Selbstlosigkeit, der Ethik, dem Engagement und der Professionalität des kubanischen Humankapitals, das nicht isoliert von der Realität des Landes lebt. Unsere Arbeitnehmer und Studenten leiden zu Hause unter denselben Entbehrungen und langen Stunden ohne Strom wie der Rest der Bevölkerung, die sie versorgen, und dennoch verwandeln sie die Herausforderungen jedes Tages in neue Motivationen, um alternative Lösungen für den Mangel an Ressourcen in den Einrichtungen des Sektors zu finden und weiter zu suchen.

Es ist bewegend, wie in Provinzen, in denen 85 % der Neonatologen außerhalb der Gemeinde wohnen, in der sie arbeiten, nach außergewöhnlichen Alternativen gesucht wird, um sicherzustellen, dass kein Neugeborenes aufgrund der Transportkrise ungeschützt bleibt.

Das Ansehen der kubanischen Medizin ist immer durch Humanismus und Pflichtbewusstsein geprägt gewesen, nicht nur innerhalb unserer Grenzen, sondern auch in den 165 Ländern, in denen kubanische Mediziner und Pflegepersonal im Gesundheitswesen seit Jahrzehnten Dienstleistungen erbringen oder erbracht haben, wie beispielsweise in Mexiko. Heute ist es dasselbe Engagement, das das nationale Gesundheitssystem aufrechterhält, trotz des wachsenden Drucks und der raschen technischen Abnutzung seiner Infrastruktur.

Wir sind stolz darauf, dass Kuba dank der Solidarität, die wir aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt erfahren, nicht allein ist. Unser ewiger Dank gilt allen Schwesternationen und ganz besonders dem mexikanischen Volk und der mexikanischen Regierung, deren ausgestreckte Hand uns in so vielen verschiedenen Situationen eine besondere Stütze war.

Unser Appell an die internationale Gemeinschaft ist nicht ideologischer, sondern zutiefst humanitärer Natur. Die öffentliche Gesundheit ist ein grundlegendes Menschenrecht, das nicht durch politische Streitigkeiten oder den Einsatz von Energie als Druckmittel beeinträchtigt werden sollte.

Wenn Energie fehlt, ist es äußerst schwierig, grundlegende Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, und wenn dies geschieht, sind es die Menschen - insbesondere die Schwächsten - die die negativen Auswirkungen zu spüren bekommen und die Risiken der damit verbundenen Spannungen tragen müssen. Kuba wird weiterhin alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um seine Bevölkerung zu schützen, die derzeit wie nie zuvor unter den Folgen der grausamen Politik der Erstickung durch die Vereinigten Staaten leidet.

Angesichts dieser Realität bleibt unsere Bitte an die internationale Gemeinschaft bestehen, ihre Solidarität zu zeigen, um der realen und objektiven Dimension einer kriminellen Blockade entgegenzutreten, die das Leben selbst bedroht.

Kubanischer Gusundheitsminister, Dr. José Angel Portal Miranda
11. März 2026

Quelle: Minister für öffentliche Gesundheit der Republik Kuba
Übersetzung: UnblockCuba