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Angebot aus Montevideo

Uruguays Präsident will Gefangene aus Guantanamo aufnehmen

Uruguay ist bereit, Häftlinge aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo Bay aufzunehmen. Man müsse »keine Gerede darum machen«, erklärte Staatschef José »Pepe« Mujica am Freitag in Montevideo. »Es handelt sich um eine Bitte (der USA), und es ist eine Frage der Menschenrechte«, erklärte er. In dem Lager, das unter dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush auf dem von Washington besetzten Territorium auf Kuba eingerichtet worden war, werden nach Angaben Mujicas derzeit noch 120 Menschen festgehalten. Diese sind dort seit rund 13 Jahren inhaftiert, ohne daß gegen sie ein Urteil gefällt worden wäre.

»Der US-Präsident will dieses Problem loswerden. Deshalb hat er viele Länder gefragt, ob sie einige der Gefangenen aufnehmen können, und ich habe ja gesagt, denn ich war selbst viele Jahre Gefangener«, erläuterte der Staatschef. Allerdings verknüpfte er seine Bereitschaft mit der Forderung, daß auch die noch in den USA inhaftierten Kubaner Antonio Guerrero, Ramón Labañino und Gerardo Hernández freigelassen werden müßten. Die drei Männer gehören zu den international als »Cuban Five« bekanntgewordenen Aufklärern, die antikommunistische Gruppen in Miami unterwandert hatten, um Anschläge zu verhindern.

In seiner Radiosendung »Der Präsident spricht« unterstrich Mujica, seine Regierung nehme die Gefangenen aus Guantanamo »nicht für Geld oder materielle Dinge« auf, »aber wir scheuen uns nicht, die nordamerikanische Regierung zu bitten, alles in ihren Möglichkeiten stehende zu unternehmen, um diese drei kubanischen Gefangenen freizulassen, die seit vielen Jahren dort sind, denn das ist auch eine Schande.« Die Verhandlungen zwischen seinem Land und den USA in dieser Frage seien jedoch »noch weit von einer Einigung entfernt«, räumte Mujica am Freitag ein.

Auch der frühere Premierminister und Präsident Portugals, Mário Soares von der Sozialistischen Partei, forderte US-Präsident Barack Obama in einem Artikel für die Zeitschrift Visión zur Freilassung der noch inhaftierten Aufklärer auf. »Das wäre ein Schritt, der in ganz Lateinamerika begrüßt werden würde und die Beziehungen zwischen den USA und Kuba verbessern könnte«, schrieb der Sozialdemokrat und betonte mit Blick auf die kurze Begegnung während der Trauerfeier für Nelson Mandela im Dezember: »Obama muß dafür mehr tun, als Raśl Castro die Hand zu geben.«

Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba

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Volker Hermsdorf
junge Welt, 24.03.2014