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Nachrichten aus und über Kuba

Nachrichten, Berichte, Reportagen zu aktuellen Entwicklungen, Hintergründen und Ereignissen in Kuba, internationale Beziehungen und der Solidarität mit Kuba.


Ángel Carromero Barrios

Niemand kann Havanna nachsagen, daß es für internationale Ratschläge nicht dankbar wäre. Nachdem am 22. Juli bei einem Autounfall zwei kubanische Konterrevolutionäre ums Leben gekommen waren, hatte etwa das chilenische Außenministerium und das State Department in Washington von der kubanischen Regierung eine "transparente Untersuchung" gefordert, während die antikommunistischen Propagandasender aus Miami auf so etwas nicht erst warten wollten und gleich Mordvorwürfe erhoben. Ginge es nach deren Verschwörungstheorien, haben die kubanischen Aufforstungsprogramm vergangener Jahre nur dem Zweck gedient, den "Oppositionellen" Bäume in den Weg zu stellen, damit diese mit ihren Autos daran zerschellen können.

Womit Radio Martí und Co. Vermutlich nicht gerechnet haben: Der Unfall hat tatsächlich ein juristisches Nachspiel. Wie die kubanische Tageszeitung Granma am Dienstag berichtete, läuft gegen den mutmaßlichen Fahrer des Unglücksfahrzeugs, den Spanier Ángel Carromero Barrios, inzwischen ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlag. Dieser hat ebenso wie Jens Aron Modig, ein mittlerweile in sein Heimatland zurückgekehrter Aktivist der schwedischen Christdemokraten, der mit den beiden Kubanern und Carromero zusammen im Auto saß ausgesagt, daß der Wagen zu schnell auf der Straße unterwegs war, als er vor einem Schlagloch abrupt abbremste und dabei die Gewalt über das Fahrzeug verlor. Für die beiden Kubaner Oswaldo Payá und Harold Cepero kam jede Hilfe zu spät. Für irgendein Fremdverschulden gibt es keinerlei Hinweise.

Es ist eben "nicht Kuba, sondern es sind die USA, die den traurigen Rekord an politischen Morden und außergerichtlichen Hinrichtungen halten, () deren Opfer unschuldige Zivilisten in Irak, Afghanistan, Pakistan und anderen Ländern sind", wie die Granma feststellt.

Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba

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junge Welt, 01.08.2012