Kubanische Visionen – 3. Festival des kubanischen Films

Samstag, 6. November 2021

Kubanische Visionen

Bereits zum dritten Mal widmet sich das Kino im Künstlerhaus dem kubanischen Filmschaffen. Zum dritten Mal präsentieren wir - in Kooperation mit Cuba im Film – festival del cine cubano, Frankfurt, und Global Partnership Hannover e.V. – Kubanische Visionen. Programm: Kubanische Visionen

Kino im Künstlerhaus - Kommunales Kino Hannover
Kino im Künstlerhaus - Kommunales Kino Hannover
Sophienstraße 2 - 30159 Hannover

Kartenreservierung
Telefon 0511 168-45522
E-Mail Kokikasse@Hannover-Stadt.de
Reservierung direkt im Künstlerhaus:
Mo. bis Fr. 12:00 bis 18:00 Uhr
und an der Abendkasse 30 Minuten vor Beginn.


Es gelten die jeweils gültigen Corona-Regeln. Eintritt für das Filmprogramm: 6,50/4,50 erm/AktivPass frei


Matinee
Das kubanische Gesundheitssystem, Kubas medizinischer Internationalismus,
die US-Blockade und COVID-19
Sonntag, 7. November 2021, 12:00 Uhr


Im Kooperation mit dem "Projekt moderner Sozialismus Hannover e.V." und dem "Rosa Luxemburg Club Hannover" - unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Spätestens seit der Bekämpfung des Ebola-Ausbruches in Westafrika 2014/15 und der COVID-19-Pandemie 2020 sind Kubas weltweite medizinische Einsätze auch ein Thema der Mainstreammedien. Selbst die New York Times lobte diesen Einsatz in Leitartikeln. Aktuell wird speziell das medizinische Kontingent Henry Reeve, geschult für Einsätze bei Naturkatastrophen und Epidemien, jetzt erneut zum Friedennobelpreis vorgeschlagen, auch von der WHO, die kubanische Ärzte immer wieder angefordert hat und ihren Einsatz aufs Höchste lobt und auszeichnet. Andere Kräfte, speziell die USA, versuchen, diesen Einsatz zu desavouieren und zu sanktionieren. So spricht man einerseits bei den kubanischen Gesundheitsexperten von Agenten, andererseits bezeichnet man sie als Sklaven eines diktatorischen Systems.

Schon lange bemühen sich die USA mittels eines speziellen Programms, kubanische Ärztinnen und Ärzte auf ihren Auslandseinsätzen abzuwerben und Kuba so zu schwächen. Jetzt sollen sogar die Staaten sanktioniert werden, die kubanische medizinische Spezialisten zum Wohle ihrer Bevölkerung anfordern.

Klaus Piel, selbst Arzt, Vorsitzender der Humanitären Cuba Hilfe e.V. in Bochum und Vorstandsmitglied von mediCuba-Europa, will versuchen, Licht in diesen Dschungel von Fakten, Meinungen, Halbwahrheiten und ganz vielen Fake News zu bringen. Er wird das etwas andere Gesundheitsmodell Kubas vorstellen, auf die Motivation und den Erfolg der internationalen Einsätze eingehen und Kubas Kampf gegen die Coronapandemie im eigenen Land und weltweit schildern. Auch die völkerrechtswidrige US-Blockade, die das Land zu strangulieren droht und eine wirtschaftliche Erholung und Entwicklung unmöglich macht, und die weltweiten Proteste dagegen werden zur Sprache kommen.

Eintritt frei


Guantanamera
Sonntag, 7. November 2021, 15:30 Uhr


Tomás Gutiérrez Alea/Juan Carlos Tabío, Kuba/Spanien/Deutschland 1995,90‘ dt.F. mit Mirta Ibarra, Jorge Perugorría, Carlos Cruz
Guantanamera
Das kubanische Roadmovie präsentiert anhand eines Leichentransports quer über die Insel die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und privaten Probleme mit rabenschwarzem Humor und beißender Bürokratiekritik. Tante Yoyita stirbt, nachdem sie ihre große Liebe wiedergetroffen hat. Der Verantwortliche für Bestattungen, Adolfo, kann mit der Überführung von Guantánamo nach Havanna Kubas neue Richtlinien zum Leichentransport in die Tat umsetzen. Der Leichenwagen muss in jeder Provinz gewechselt werden. Auf der an Überraschungen reichen Fahrt bahnt sich für die Nichte der Verstorbenen eine neue Liebesbeziehung an. Doch wen wundert es, dass die Trauergesellschaft schließlich mit der falschen Leiche in Havanna ankommt?

Guantanamera pendelt zwischen makabrem Humor und einem fröhlichen Grundton, der auch das so populäre titelgebende Lied prägt.



Plaff oder Zuviel Angst vor dem Leben / Plaff o demasiado miedo a la vida
Sonntag, 7. November 2021, 18:00 Uhr


Juan Carlos Tabío, Kuba 1988, 92‘ dt.F. oder engl.U. mit Daisy Granados, Luis Alberto García, Thais Valdés, Raúl Pomares
Havanna in den 1980er Jahren. Die Witwe Concha, eine Frau in den besten Jahren, kommt mit ihrer Schwiegertochter und ihrer Umwelt nicht zu Rande. Sie kann auch nicht glauben, dass der Nachbar Tomás sie liebt. Sie fühlt sich von unerklärlichen Attacken bedroht, die sie als Hexereien ihres ihr übelwollender Nachbarn interpretiert und ärgert sich, keinen inneren Frieden findend, zu Tode. In Zusammenarbeit mit dem uruguayischen Krimiautor Daniel Chavarría entstand eine Detektivkomödie, in der die Hauptfigur Concha Ronda das Opfer mysteriöser Attacken wird. Doch PLAFF ist mehr: Tabío bricht mit den Erwartungen des Publikums, welche er in enthusiastischer Weise in SE PERMUTA noch erfüllte. Hinter dem komödienhaften Stil liegt eine provokante Kritik des revolutionären Kuba. Es ist ein "dirty" Film: Tabío lässt den Film als misslungenen Film erscheinen. Seine Akte werden verwechselt und so gerät der Film zum Puzzle. Das Rätsel versuchten in Kuba über 2 Millionen Zuschauer zu lösen.



Soy Cuba
Sonntag, 7. November 2021, 20:15 Uhr


Soy Cuba
Mikhail Kalatozov, Kuba/UdSSR 1964, 140‘ dt.U.
Drehbuch: Enrique Pineda Barnet und E. Evtouchenko | mit Sergio Corrieri, Salvador Wood, Luz María Collazo, Luisa María Jiménez


In vier Episoden singt der legendäre sowjetische Regisseur, der mit "Wenn die Kraniche ziehen" Filmgeschichte schrieb, eine Hymne auf die Kubanische Revolution. Während in den ersten beiden Episoden die soziale Ungerechtigkeit und die Verdorbenheit der dafür verantwortlichen Yankees angeprangert werden, feiern die anderen beiden Teile den Heroismus und die Opferbereitschaft der Revolutionäre.

Ästhetisch steht der Film ganz in der Tradition des großen sowjetischen Revolutionskinos eines Eisenstein oder Pudowkin. Der Film beschreibt die Zeit in einer phänomenalen Bildsprache, in atemberaubenden Kamerabewegungen und einer Montage, die aus dem Vollen der klassischen sowjetischen Filmkunst schöpft.