USA verhindern Kuba-Urlaub eines Münchner Ehepaars

Es war ein Artikel in der "Süddeutsche Zeitung" vom 31.März, der über den Hintergrund des unfreiwilligen Endes ihrer Reise berichtete allerdings ohne dass die übrige "Qualitätspresse" diesen krassen Vorfall, wie die USA einen Kubaurlaub verhinderten, aufgriffen hätte. Was war geschehen?

Gertrud und Klaus Karbe sind ein reiselustiges Ehepaar aus München. Nach einer Weltreise über mehrere Kontinente freute es sich auf seinen Kubaurlaub Anfang März. Doch der endete unerwartet schon auf dem Flughafen in Madrid.

Das Ehepaar Karbe saß auf dem Flughafen in Madrid schon im Flieger nach Havanna, als das Unfaßbare geschah: Eine Stewardess und ein Mann von der Security bitten sie, das Flugzeug zu verlassen. Konsterniert leisten sie dem Folge. Angeblich sei etwas mit einem der Pässe nicht in Ordnung. Die Hoffnung, später fliegen zu können, platzte wie eine Seifenblase: Am Iberia-Schalter teilte man ihnen mit, dass die USA den beiden den Überflug verweigere. Grundlage sei, dass die EU seit 2012 den USA einen umfangreichen Zugriff auf Passagierdaten erlaube auch wenn das Reiseziel gar nicht die USA seien, sondern diese nur überflogen werden.

Die USA entscheiden dann, wer mitfliegen darf oder nicht.

Aber warum durfte ausgerechnet das Ehepaar aus München nicht fliegen, weil ihr Flug kurz in 10 000 Kilometer Höhe Florida gestreift hätte? Es war ob dieser Frage ebenso fassungs- wie ratlos. Sie fühlten sich wie Verbrecher behandelt, ohne einen Grund ausfindig machen zu können.

Auch eine Anfrage beim US-Konsulat brachte keine Erkenntnisse, sie wurden kurzerhand ans Department for Homeland Security Traveler Redress Inquiry Programm im Internet verweisen. Aber auch von da kam damals keine Antwort. Juristisch sei es schwierig - so ihr Anwalt - zu klären, warum man auf der Schwarzen Liste stehe. Denn dadurch, dass die EU das Abkommen unterzeichnet habe, sei hier das Völkerrecht zuständig.

Neben dem finanziellen Verlust, den entgangenen Urlaubsfreuden bleibt also nur die Ungewißheit des "Warum?"

Hier kann Klaus Karbe nur mutmaßen, wie er gegenüber der SZ sagte. Ob ihm der Diebstahl seines Personalausweises in Lateinamerika vor Jahren zum Verhängnis wurde und dieser für eine zweite Identität mißbraucht worden ist oder ob es sein Engagement für afghanische Flüchtlinge war man weiß es nicht.

Dieser Fall zeigt, dass auch in Europa jeder völlig unschuldig die Auswirkungen der US-Blockade gegen Kuba sowie der Freigabe von Passierdaten durch das EU-Parlament zu spüren bekommen kann.

Solche Vorfälle sollen Kuba treffen und den Tourismus eine wichtige Einnahmequelle stören. Es zeigt auch, dass Obamas Worte von der Normalisierung der Beziehung beider Staaten bislang kaum mehr als Luftblasen sind.

Die unmenschliche US-Finanz-Handels- und Wirtschaftsblockade gehört abgeschafft - ebenso wie deren Unterstützung durch die EU.

CUBA LIBRE Marion Leonhardt

CUBA LIBRE 3-2017