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Rütteln an der US-Schranke bei Guantanamo


36 Delegierte aus 25 Ländern der „Internationalen Brigade 1ero de Mayo“ nahmen am 2. Seminar gegen ausländische Militär-Basen in Guantanamo am 4. und 5. Mai 2011 teil. Schon die Anreise über Santa Clara mit Besichtigung des Che Guevara-Monuments und des Mausoleums war interessant. In Guantanamo wurden wir im Hotel Guantanamo untergebracht und trafen mit Delegierten aus anderen Ländern zusammen, so dass schließlich 36 Nationen auf dem internationalen Seminar vertreten waren. Auch zwei Vertreter der Friedensbewegung aus den USA waren anwesend.

Sowohl am 4. Mai als auch am 5. Mai in Caimanera, einer Ortschaft, die in unmittelbarer Nähe zum US-Stützpunkt liegt, wurden von den einzelnen Delegierten Stellungnahmen zur Situation in ihren Ländern, zur Geschichte und Funktion der ausländischen, ausschließlich nordamerikanischen Militärbasen abgegeben. Ein japanischer Delegierter informierte mit einem Lichtbildvortrag beispielhaft über den Anstieg von Verbrechen, die Unfallgefahren und die Umweltbelastung, die von den 130 US-Militär-Basen in Japan verursacht werden. Seine Ausführungen, so konkret und aufschlussreich sie auch waren, und die Positionen einiger anderer konnten jedoch den Eindruck erwecken, die Militär-Basen sollen verbessert, reformiert, entschärft und die Risiken vermindert werden.

Die große Mehrzahl der Repräsentanten, darunter Kolumbien, auch Österreich, erkannten in der Existenz der Stützpunkte die Ursache des Übels, die immer neue Menschenrechtsverletzungen hervorbringt. In diesem Zusammenhang wurde der neue Krieg gegen Libyen als Ausdruck imperialistischer Aggression gegeißelt und die sofortige Schließung aller ausländischen Militär-Basen gefordert.

Nachdem immer und immer wieder von den Delegierten aus aller Welt der Zweck und die Absicht solcher Militärstützpunkte beschrieben und die umgehende Auflösung propagiert worden war, schlugen wir nun vor, nun endlich zur Zufahrt des Militär-Camps bei Guantanamo zu marschieren und am US-Passierpunkt zu rütteln. Andere Repräsentanten etwa aus Peru, standen unserem Vorschlag sehr aufgeschlossen gegenüber. Die cubanischen Genossen hatten jedoch andere Pläne und hielten am wohl organisierten Programm fest.

So folgte eine enthusiastische Begrüßung der SeminarteilnehmerInnen durch die Bevölkerung von Caimanera, die über das Seminar in den Medien genau informiert worden war. Am zentralen Platz empfing uns eine große Menge von Schulkindern, Jugendlichen, Frauen und Männern aus Caimanera, singend, winkend, Parolen rufend und lachend im kurzen spontanen Gespräch mit einzelnen InternationalistInnen der Delegation. Wir waren fasziniert und begeistert von dieser lebhaften und ausdrucksstarken Kundgebung. Die Botschaft war unmissverständlich. Die Caimaneros brauchen und wollen kein Folterlager und keine US-Soldiers in ihrer Nachbarschaft und verbünden sich mit denen, die gegen solche Projekte kämpfen.

Das 2. internationale Seminar gegen ausländische Militär-Basen war also ein weiterer Protest gegen die illegale Besetzung cubanischen Landes durch US-Militär, ein weiterer Protest gegen jahrelange, andauernde Folter Hunderter und die Aggression und der permanenten imperialistischen Krieg unter Führung der USA. Richtig.

Aber das Zusammentreffen in Guantanamo und Caimanera von Delegierten aus verschiedenen Kontinenten und Dutzenden von Ländern war insbesondere die Tribüne vor Ort, auf der wir betroffen waren von der Tatsache, dass unweit entfernt Menschen aus verschiedenen Ländern getaucht werden, bis sie dem Erstickungstod nahe sind, isoliert werden, durch Kälte, Hitze, Schlafentzug systematisch in den Selbstmord getrieben werden und der totalen Willkür nordamerikanischer GIs ausgesetzt sind.

Das Zusammentreffen war gekennzeichnet von den starken Eindrücken, die wir beim Empfang in Caimanera durch die Bevölkerung bekommen hatten. Das Zusammentreffen hat vor allem jedem Delegierten deutlich vor Augen geführt, dass die Kriegsmaschinerie und die damit verbundene Unmenschlichkeit in Asien, Afrika und in Lateinamerika, auch in Europa und den USA gleich wirken, dass sie international wirken und dass es international Widerstand gibt. Deshalb waren auf diesem Seminar mehr Nationen vertreten als im vergangenen Jahr und wir können davon ausgehen, dass sich in den kommenden Jahren weitere Gruppen und Nationen anschließen werden. Wir sind deswegen optimistisch, dass auch die Zeit kommen wird, in der wir kräftig am US-Grenzpfosten in Guantanamo rütteln werden und der Stützpunkt aufgelöst wird.

Aus diesen Gründen war das 2. internationale Seminar gegen ausländische Militär-Basen wesentlich mehr als ein weiterer Protest gegen die US-Kriegspolitik und wir danken den cubanischen Organisationen, dem ICAP und der cubanischen Friedensbewegung und der internationalen Friedensbewegung für diese Tribüne, die eine starke Resonanz ermöglicht hat und die besten Voraussetzungen für ein noch wirkungsvolleres Auftreten 2012 geschaffen hat.

Venceremos! Pasaremos!

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CUBA LIBRE 3-2011