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Besuch bei meinem Bruder


Von: Maruchi Guerrero (Schwester von Antonio Guerrero, einem der Fünf)

Liebe solidarische Freundinnen und Freunde,

seit dem 17. März bin ich zusammen mit meinem Neffen Tony in Colorado, um meinen Bruder in seinem Gefängnis in Florence zu besuchen. Die Besuche finden an den Wochenenden, Freitag, Samstag und Sonntag, statt. Wir haben schon zwei Wochenenden hinter uns, und ich sage Euch, daß wir diese Treffen sehr genossen haben. Mein Bruder sieht körperlich sehr gut aus, seine Gesundheit ist gut und er ist optimistisch und stark in der Hoffnung auf ein neues Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof.

Während der Besuche spielt er Karten und Scrabble mit meinem Neffen, und ich bin diejenige, die sich Notizen im Gedächtnis einprägen muß, weil wir kein Stück Papier bei uns haben dürfen, auch keinen Bleistift. Unbeschadet der Spannungen an diesem Ort gestalten wir diese Treffen sehr fröhlich. Tonito macht ständig Witze, wir lachen und gehen so weit, daß wir einige Lieder aus unserer Jugendzeit, meiner und der meines Bruders, gesungen haben. Samstags und sonntags kommt ein Beamter mit einer Porträtkamera, und wir machen einige Fotos, damit uns einige Erinnerungen bleiben, und auch das genießen wir. Das Hochsicherheitsgefängnis von Florence hat ein sehr striktes Regiment, und das ist seit dem vergangenen Jahr wegen vieler Zwischenfälle, Fälle schwerwiegender Disziplinlosigkeit, die dort vorgekommen sind, noch viel stärker geworden. Entsprechend dem Reglement büßen die Gerechten mit den Sündern. Tony hat freilich eine Personalakte mit der Bescheinigung eines ausgezeichneten Verhaltens. Er geht weiterhin seiner Arbeit nach, indem er Mathematik-, Englisch- und Spanischunterricht erteilt, um anderen Gefangenen, die es nötig haben, zu helfen. Zur Zeit wünscht er sich, basierend auf seinem (guten) Betragen, seine Verlegung aus diesem Gefängnis. Aber das hängt nicht von ihm ab, es muß vielmehr von höheren Instanzen des Büros für die US-Bundesgefängnisse gebilligt werden. Nun gut, Ihr wißt ja schon, die Wahrscheinlichkeiten sind gering, wenn es um diesen Fall geht, wo weder das Gesetz noch die Vernunft etwas gelten, wo vielmehr der Haß und poli-tische Rache vorherrschen.

Weiterhin verfolgt er (Antonio Guerrero, d. Ü.) seine Vorhaben der Malerei und der Dichtkunst weiter, Projekte voll von Liebe und Stärke, was ihm sehr hilft, seinen Geist beschäf-tigt zu halten und diese selbst erlernte Kunst denen zu widmen, denen es nützlich ist. Auch beantwortet er nach und nach Hunderte von Briefen aus Cuba und vielen anderen Teilen der Welt, die ihm täglich zugehen.

Es ist klar, daß Ihr solidarische Freunde in jedem unserer Treffen präsent seid, Ihr, die Ihr uns in diesem Kampf seit mehr als zehn Jahren begleitet und die Ihr die größere Hoffnung bedeutet, Gerechtigkeit zu erreichen. Sprechen wir von den Aktivitäten, den Aktionen, die Ihr realisiert, der Kommunikation, die wir mit Euch unterhalten und Ihr mit ihnen (den Fünf Gefangenen, d. Ü.), weil Ihr das Wichtigste in dieser Schlacht für ihre Rückkehr seid. Wenn wir nicht so überaus viele solidarische Freunde hätten, hätten wir nicht die Hoffnung, daß Gerechtigkeit geschieht. Deshalb müssen wir in diesen Augenblicken, in denen der Fall zur Entscheidung anhängig ist, ob der Oberste Gerichtshof zustimmt oder nicht, diese Anstrengungen verdoppeln, indem wir unsere Aktionen auf die neue Regie-rung der USA richten. Obama kann bewirken, daß Gerechtigkeit geschieht.

Auch müssen wir weiterhin für das Recht auf Familienvisa eintreten, hauptsächlich im Fall von Adriana Pérez, der Frau von Gerardo, die einander seit mehr als 11 Jahren nicht gese-hen haben und der man neunmal das Visum verweigert hat, und im Fall von Olga Salanueva, der Frau von René , was alle Gesetze und Vorschriften der Menschenrechte verletzt.

Im Namen unserer Familien und der FÜNF danken wir Euch unendlich für Eure Hingabe für die Freilassung von Tony, René, Fernando, Gerardo und Ramón, besonders im Namen mei-ner Mami, die jeden Tag für diese Rückkehr kämpft und dafür, noch genügend Zeit haben zu können, um ihren Sohn zu Hause zu haben.

An jedem Tag müssen wir kämpfen und wir müssen dies in die USA hineintragen.


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Maruchi